Klarenthal Nord bekommt Quartiershaus zur Bündelung von Pflege, Beratung und Nachbarschaft

Klarenthal Nord bekommt Quartiershaus zur Bündelung von Pflege, Beratung und Nachbarschaft
Klarenthal Nord bekommt Quartiershaus zur Bündelung von Pflege, Beratung und Nachbarschaft | Bild: Stadt Wiesbaden

In Klarenthal Nord ist das dritte Quartiershaus der Landeshauptstadt Wiesbaden eröffnet worden. Die Einrichtung soll Angebote für ältere Menschen, Personen mit Unterstützungsbedarf und deren Angehörige im Stadtteil zusammenführen und als niedrigschwellige Anlaufstelle fungieren. Ein weiterer Standort am Gräselberg befindet sich zurzeit in Vorbereitung.

Ziele und Angebotsschwerpunkte

Die Quartiershäuser verfolgen das Ziel, Beratung, Begegnung, Pflege, Teilhabe und nachbarschaftliche Unterstützung besser aufeinander abzustimmen. In Klarenthal Nord liegt der Schwerpunkt zum Start auf Begegnung, Information, Beteiligung und Angeboten rund um das Älterwerden. Vor Ort stellen sich lokale Akteure mit ihren Angeboten vor, darunter Johanniter, die Beratungsstelle Selbständiges Leben im Alter, das Volksbildungswerk Klarenthal mit Kursen und Bildungsangeboten, digitale Lotsen, der Sozialverband VdK sowie ehrenamtliche Gruppen wie die Stricklieseln.

Bewohnerinnen und Bewohner konnten bei der Eröffnung über eine Wünsche- und Ideenwand Anregungen einbringen. Die Einrichtung wurde in Zusammenarbeit mit der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte, Wohnstadt und dem Volksbildungswerk entwickelt. Die Johanniter beteiligen sich unter anderem mit einem Mittagstisch. Der Pflegeteil des Angebots ist derzeit noch im Aufbau.

Erprobte Vernetzung in weiteren Stadtteilen

Das Modell wurde bereits an zwei weiteren Standorten gestartet. Im Dichterviertel und Rheingauviertel wurde gemeinsam mit der Wiesbadener Wohnbaugesellschaft ein Quartiershaus eingerichtet. Dort stehen offene Altenarbeit, digitale Teilhabe, Beratung und die Anbindung pflegerischer Angebote im Mittelpunkt. Beteiligt sind unter anderem städtische Treffpunkte für Senioren, Beratungsstellen für selbstständiges Leben im Alter sowie Pflegedienste.

Im Schelmengraben arbeiten Wohnungsunternehmen, die Stadtentwicklungsgesellschaft und soziale Träger zusammen. Auch dort werden soziale Arbeit, Beratung, Pflegebausteine, Mittagstische und Begegnungsangebote verknüpft. Nach Einschätzung der beteiligten Akteure können niedrigschwellige Angebote wie ein gemeinsamer Mittagstisch Kontakte stärken und Unterstützungsbedarf früher sichtbar machen.

Ausgangslage und weitere Schritte

Die Quartiershäuser basieren auf einem Beschluss der Stadtverordneten aus Mai 2023. Ein eigens gebildetes Team im Amt für Soziale Arbeit hat in den vergangenen zwei Jahren zusammen mit Wohnungsbaugesellschaften, sozialen Trägern und Pflegediensten Standorte identifiziert, Bedarfe analysiert und Kooperationsstrukturen aufgebaut. Mit einer gemeinsamen Absichtserklärung vom 27. Februar 2026 wurde die Umsetzung mit den beteiligten Wohnungsbaugesellschaften weiter konkretisiert.

Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher betonte, dass mit dem dritten Standort deutlich werde, dass die Stadt konkrete Antworten auf den demografischen Wandel schaffe und nicht nur auf dem Papier plane. Die Quartiershäuser sollen es ermöglichen, dass Menschen bei Fragen zu Pflege, Alltagshilfen, Einsamkeit oder digitalen Anwendungen eine erste Adresse im Stadtteil finden, von der aus passende Angebote vermittelt werden.

Die drei Pilotstandorte werden über eine dreijährige Phase gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern evaluiert. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für eine mögliche Ausweitung des Modells dienen.

Quelle anzeigen

redaktion
Redaktion Delkenheimer Bote 113 Articles
Delkenheim direkt ins Haus