
Die Landeshauptstadt Wiesbaden trauert um Rudi Schmitt. Der ehemalige Oberbürgermeister und Ehrenbürger ist am Freitag, 10. April, im Alter von 98 Jahren gestorben. Nach Angaben der Familie sei er in seinem Haus friedlich entschlafen.
Biografische Stationen
Rudi Schmitt wurde am 8. Januar 1928 in Frankfurt am Main geboren. Nach dem Studium arbeitete er ab 1946 als Lehrer in Frankfurt. 1947 trat er in die SPD ein und wurde 1954 in den Hessischen Landtag gewählt. Von 1960 bis 1968 war Schmitt Stadtrat in Wiesbaden und dort Schul und Sportdezernent. Ab 1966 übernahm er zudem das Kulturdezernat. Am 1. Februar 1968 wurde er zum Oberbürgermeister der Stadt gewählt. Nach dem Ende seiner Amtszeit 1980 zog er für zwei Legislaturperioden über ein Direktmandat in den Deutschen Bundestag und gehörte diesem bis 1987 an.
Stadtentwicklung und öffentliche Aufgaben
In Wiesbaden werden Schmitt zahlreiche Bauprojekte zugeschrieben. Während seiner Amtszeit entstanden nach Angaben der Stadt unter anderem Schulen, Sporthallen und Bürgerhäuser. Zu den weiteren Schwerpunkten seiner Arbeit zählten Stadtentwicklung, die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, der Ausbau von Kur und Kongresswesen, sozialer Wohnungsbau sowie die Gewinnung von Gewerbeansiedlungen. Zudem engagierte er sich für die Sicherung der Energieversorgung und den Aufbau städtepartnerschaftlicher Beziehungen.
Oberbürgermeister Gert Uwe Mende würdigte Schmitt als großen Baumeister des modernen Wiesbadens. Mende hob hervor, dass Schmitt bürgernah, beharrlich und leidenschaftlich gehandelt habe und für ihn persönlich ein Vorbild gewesen sei. Er erinnerte außerdem daran, dass Schmitt am 8. Januar seinen 98. Geburtstag in Gesellschaft von Freunden und Wegbegleitern gefeiert habe und dabei geistig präsent gewesen sei.
Ehrenämter, Auszeichnungen und Nachlass
Schmitt engagierte sich auch ehrenamtlich. Von 1967 bis 1988 war er Vorsitzender des DRK Kreisverbands Wiesbaden. Anschließend leitete er von 1988 bis 2001 den DRK Landesverband Hessen. 1959 war er Mitglied der 3. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten, 1984 gehörte er der 8. Bundesversammlung an.
Die Stadtverordnetenversammlung ernannte Schmitt am 18. Mai 1995 zum Ehrenbürger. Weitere Auszeichnungen sind die Ehrenplakette der Landeshauptstadt Wiesbaden und das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Die Familie bat darum, in Ruhe trauern zu können, und ersuchte Medien, von Anfragen abzusehen. Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt. Eine Gedenkveranstaltung der Landeshauptstadt wird zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Ab Dienstag, 14. April, 10 Uhr, liegt im Foyer des Rathauses am Schlossplatz 6 für eine Woche ein Kondolenzbuch aus. An diesem Tag werden die Fahnenmasten am Rathaus mit Trauerflor versehen sein.
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